Freitag, 19. Mai 2017

Unser Tageskind

Die Woche neigt sich dem Ende, Loves fünfte Woche als Tageskind damit auch und ich hoffe, langsam kommen wir in einen gewissen Flow, was den neuen Alltag anbelangt. Er wie auch ich.
Am Dienstag hat er sogar seinen Mittagsschlaf bei E gemacht, am Mittwoch ließ er sich schon sehr gut übergeben und hat kaum noch geweint, Donnerstag dasselbe.

Bedingt durch unser Wochenende in Berlin geht er jetzt vier Tage nicht hin, aber ich hoffe, dass es uns nächste Woche nicht den Boden unter den Füßen wegzieht.

Mein Gefühl, dass er sich dort wohlfühlt, trügt mich hoffentlich nicht, denn er hat immer so viel Spaß dort, lacht und ist gut drauf. Wenn ihm das Essen schmeckt, isst er auch, er sitzt nicht teilnahmslos in der Ecke, er hat Spaß mit seinen Tagesgeschwistern und er ist schon ein richtiges Mitglied in der Familie. Er liebt den Garten, den Sandkasten, die Schaukel und E macht langsam auch kleine Ausflüge zu den benachbarten Spielplätzen. Er LIEBT Spielplätze und ist kaum wegzukriegen.

Zwischendurch war ich wirklich unglücklich und nicht sicher, ob er jetzt schon so weit ist, ob ich so weit bin und ob wir nicht doch besser bis drei warten und dann in den Kindergarten gehen. Auch wenn ich eigentlich wusste, dass ich das nicht hätte durchgestanden ganz ohne Betreuung. Die Frage war, ob doch nicht weniger möglich wäre. Also weniger Betreuung, mehr Zeit Zuhause.

Ich war unsicher, ob Tagesmutter das richtige ist, obwohl ich in Schweden genau davon gesprochen hatte, dass ich es als gute Alternative empfände. Gerade, weil ja klar war, dass er vor dem dritten Geburtstag in Betreuung kommen soll.

Krippe oder Tagesmutter? Eigentlich war die Frage hier in Kassel dann nur noch rhetorisch, weil sich herausgestellt hat, dass es keine Krippenplätze gibt. Nicht, ohne vorher drei Jahre in der Warteschlange gestanden zu haben. Nicht hier in Harleshausen.
Keine Wahl zu haben fand ich sehr schade. Für mich persönlich gab es ein paar Vorteile, die ich für die Krippe sah: Anschluss an andere Familien, Gründung auf Erfahrungswerten und somit eine hoffentlich bessere Betreuung und Unterstützung bei allen Belangen, keine Ausfälle vonseiten der Krippe im Krankheitsfall.

Nun, wo wir bei E sind, weiß ich, dass Krippe überhaupt nicht besser gewesen wäre. Ich bin so so froh, dass die Gegebenheiten uns zu einer Tagesmutter führten. Auch wenn es schon den Fall gab, dass Love nicht hin konnte, weil E sich nicht sicher war, ob ihr Sohn nicht krank ist (was bei einer Tagesmutter ohne eigene Kinder natürlich nicht der Fall sein kann). Zurzeit haben wir noch nicht die Problematik, dass keiner von uns Zuhause wäre, um den Fall aufzufangen. 

Love hat eindeutig Familienanschluss, er ist vom Schlüssel her besser betreut als in einer Krippe, er bekommt problemlos vegetarisches Essen - in unserem Falle haut das alles wunderbar hin.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Wir fahren nach Berlin

Morgen trauen wir uns wieder in die Hauptgroßstadt für bis Montag, das WiB kommt deshalb erst am Dienstag, denn wir fahren mit dem Zug, und ganz ehrlich: ich nehme meinen Laptop, das schwere Teil, dorthin nicht mit. 


Jonas hat beruflich was zu erledigen, ich nutze die Chance und lasse mich auch an meinem Institut blicken und wir werden Freunde treffen. Darauf freue ich mich besonders.
Wir sind außerdem an einem wie ich finde ganz genialen Ort untergebracht. Ich erzähle mehr davon, wenn wir wieder zurück sind - dann auch mit Fotos und direkter, ehrlicher Meinung. Wie immer.

Also, genießt das Wetter und machts Euch schön!

Unsere Kraxe

Das Weihnachtsgeschenk vom letzten Jahr erfuhr erstmals "richtiger" Anwendung während des Urlaubs. Vorher hatten wir ein bisschen geübt und Love bei einem längeren Spaziergang durch den Wald schonmal darin herumgetragen. Das klappte ganz gut und wir waren positiv gestimmt für den Wandertrip im April.



Jakob sitzt sehr gut in der Kraxe (übrigens von deuter das gute Stück) und fühlt sich auch recht wohl darin, wenn folgende Bedingungen stimmen: keine Sonne im Gesicht, nicht zuviel Energie, dann mag er viel lieber selber laufen, nicht übermüdet. 
Klingt jetzt irgendwie tricky, teilweise war es das auch.



Wie man sieht, er kann gut darin schlafen, er schläft darin ein und auch weiter, wenn man ihn absetzt. Inzwischen hat er auch noch eine erheblich bessere Größe, die er im Januar noch nicht hatte. Da saß er noch ein wenig mit zu kurzen Beinen da, das ist jetzt besser. 



Die Kraxe ist gut verarbeitet, es gibt genügend Taschen, in die alles Wichtige hineinpasst. Zusätzlicher Sonnenschutzaufsatz und das Regencape kann man kaufen, war jetzt bei unserem Geschenk auch mit dabei und ganz ehrlich: ohne dieses Sonnendach wäre es überhaupt nicht gegangen.


Das Gestell ist stabil und es kippelt überhaupt nicht, lässt sich leicht ausklappen und wieder ranziehen. Jonas kann das komplette Ding inzwischen alleine aufziehen, ich brauche noch Hilfe. Aber er ist ja auch größer und ein wenig kräftiger.
Unsere Touren sahen dann unter den gegebenen Umständen meistens so aus: die erste Stunde ist Jakob gelaufen (wir sind immer morgens spätestens um zehn Uhr losgezogen), so gegen elf oder halb zwölf konnte man ihn langsam in die Kraxe setzen. Entweder man hat ihn dann noch bespaßt oder er ist beim Umherschauen eingeschlafen. Nach dem Aufwachen muss er meistens bald wieder raus und laufen ... Ansonsten heißt es bespaßen, bespaßen, bespaßen.
Ja, viele Kilometer schafft man dann nicht mehr, wir sind auch klein angefangen und haben uns gesteigert, aber mehr als 18 waren dann auch nicht mehr drinne. Das braucht dann auch seine guten 10 Stunden; man muss eben Ruhe und Ausdauer mitbringen. Und Geduld. Aber das kann man ja üben.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Sprache

Seit unserem Urlaub in Portugal spricht Love. Also, damit wir uns richtig verstehen: natürlich hat er vorher auch schon ganz viel gesprochen, gesagt, gejohlt, gelacht und Laute von sich gegeben. Und eine Zeitlang hatte er sogar "Mama" sehr gut drauf, aber schnell auch wieder vergessen.
Aber im Urlaub passierte es, dass er uns ein Wort nachsagte: "Apfel" Und das immer und immer und immer wieder. Seitdem ist der Damm gebrochen und es geht rund.
Seitdem er zu E geht, wird es fast täglich mehr. Die Tagesschwester ist die reinste Plapperliese, die hält ihn gut auf Trab und auch der kleine Tagesbruder ist ganz schön auf Zack, wenn es um den Ausdruck von Sprache geht. 


Auf jeden Fall ist es so herzaufgehend, wenn er "Aua" sagt (nicht nur, wenn er sich weh getan hat, sondern auch wenn wir uns weg getan haben oder Sachen herunter gefallen sind). Wenn er sich selbst weh getan hat, kommt er an und wedelt mit dem entsprechenden Körperteil, sagt Aua und wir pusten. Pusten kann er auch gut nachmachen, er spitzt dann ein wenig die Lippen und macht "Pffft". Nur zur Sicherheit, damit wir auch Bescheid wissen, was zu tun ist.
Bald nach "Apfel" kam dann "Badda" (Bagger). Auch "Papa" und "Mama" sind (wieder) im Repertoire. Und auch "Adi" (Auto). Und seit ein paar Tagen "baun" (bauen) und "Baom" (Baum). Obwohl das "au" in "Aua" ihm gar keine Probleme bereitet, ist es derselbe Diphthong in "Auto" und "Baum", den er nicht gesprochen bekommt.
Ich bin so gespannt, wie es weitergeht. Es ist so ein Wunder, diese Zauberwesen namens Kinder. Aufregend und neu, immer wieder, jeden Tag.