Freitag, 24. März 2017

Wir urlauben!

Ich habe es Euch noch nicht verraten, dabei wollte ich es bereits seit Tagen schon getan haben. Aber wie es so kütt, so kütt ett dann doch net, also jetzt aba:

Ab nach Carrapateira.

 
Vor zwei Jahren, gerade frisch schwanger, sind wir ja bereits an die Algarve geflogen um zu wandern. War im Prinzip auch eine gute Idee, nur hatten wir uns ein wenig übernommen - vor allem gepäckmäßig. Dieses Mal nehmen wir die einfache Variante: viel wandern, aber eine feste Bleibe und ein Mietwagen, der es uns ermöglicht, komfortabel vom Flughafen Lisboa runter an die Algarve zu kommen. Alles andere war uns mit Bus und allem und dann ohne Kindersitz zu gefährlich.

Carrapateira hat uns vor zwei Jahren am besten gefallen von allen Orten, wo wir gewesen waren, und von daher sollte das unser fester Standpunkt sein, von dem aus wir unsere Unternehmungen starten können.  Zwei Wochen lang Atlantikluft - supse. In einer Woche sind wir schon da!
Wir hoffen auf gutes Wetter, einem Ende unserer Krankheitswelle hier Daheim (et ist einfach nicht mehr richtig witzig mit meinen Magendarm-Geschichten) und vor allem auf eine entspanntes Familienauszeit nur für uns Drei. Irgendwie verrückt, mit einem 17 Monate alten Jakob Love dahin zurückzukehren, wo wir waren, als er so groß war wie eine Erbse. Absolut verrückt!

Donnerstag, 23. März 2017

Unser Dorf: Kassel-Harleshausen

Um eines vorweg zu nehmen: Harleshausen ist absolut kein Dorf für sich, es ist ein Stadtteil von Kassel, aber für mich ist es unser kleines, neues Dorf außerhalb des Chaos der Stadt Kassel. Unser Rückzugsort, unsere Ruheoase und mein kleines Paradies. Ihr könnt Euch vorstellen: ich mag es hier. Sehr sogar.

Kassel-Harleshausen liegt ca. 25 Minuten Busfart vom Zentrum entfernt, ist aber gleichzeitig gut angeschlossen, wenn auch nicht mit der Tram, sondern eben mit Bus oder dem eigenen Auto. Mit letzterem wäre man natürlich schon deutlich schneller in der Stadt. Aber ich habe es gerne stressfrei und unkompliziert, daher mag ich unsere Busverbindungen. Alle Viertelstunde, reicht doch völlig. Vor allem, zugegebenermaßen, wenn man, wie ich derzeit, nicht darauf angewiesen ist und eh nur alle paar Wochen mal in die Stadt fährt.


Kassel-Harleshausen liegt direkt am Habichtswald und damit quasi mitten in der Natur. Ein absoluter Traum! Wir laufen fünf Minuten von unserem Haus weg und sind mitten im Wald, auf unserem Haushügel, dem Daspel, oder auch im Dorf, wo es alles gibt, was man benötigt: einen Drogeriemarkt, einen Supermarkt, ein Reformhaus, zwei Bäcker, eine Bank, freitags ist Wochenmarkt auf einem mini Marktplatz ... Mehr braucht es nicht! Und obendrein gibt es auch noch ein Freibad direkt ums Eck. Ich finde es einfach nur super, alle Dinge, die wir benötigen, in Fußlaufweite zu haben. Zumindest wenn wir nicht unseren wöchentlichen Großeinkauf im Schmackes-Mitgliederbiomarkt machen. Der ist nämlich ein bissl weiter weg. Aber alles andere kann ich bequem den Tag über erledigen.

Wir wohnen jetzt das erste Mal, seitdem wir zusammenzogen, so außerhalb. In Berlin und auch in Linköping haben wir wirklich nicht außerhalb gewohnt. Und auch in Greifswald und Aachen, wo ich alleine gelebt habe, war ich immer mitten in der Stadt. Inzwischen weiß ich, dass das überhaupt nicht meiner Natur entspricht, bzw. wusste ich das schon eher, aber jetzt mit Jakob wissen wir so richtig, dass es so viel besser ist, die Natur vor der Nase zu haben und nicht die Stadt mit ihren Ausgehmöglichkeiten. Mit Kind hat man doch völlig andere Prioritäten. Gerade mit einem Draußenwonneproppen wie wir ihn hier haben. Der unter dreimal am Tag Energie rauslassen an der frischen Luft nicht weiß, wohin er mit sich soll.


Kassel-Harleshausen besteht also aus einer Einkaufsstraße und ansonsten viel Park, Natur, Hügel und vor allem Wohnen. Ganz, ganz viel Wohnen. Also wirklich, es ist so schön hier und ich finde es einfach nur entspannend, wie wir hier jetzt wohnen. Es war eine sehr gut Entscheidung und wir sind froh, dass wir diese Wohnung hier bekommen haben. Denn nicht nur unsere Wohnung ist ein Traum, eben auch das gesamte Paket drumherum.

Dienstag, 21. März 2017

"Slow Family" von Julia Dibbern und Nicola Schmidt


Zwar hat die Öko-Hippie-Rabenmütter Kathrin bereits schon auführlich über dieses jenes Buch hier berichtet und rezensiert und ich kann ihr eigentlich nur zustimmen aber heya, ich mag auch noch meinen Senf abgeben. Das Buch ist nämlich wirklich ganz, ganz, ganz grandios!

Ich hatte es mir zu Weihnachten gewünscht und es dann über den Umzug und Co ein wenig vergessen. Bzw. es stand dann schon hübsch im Regal, obwohl ich es noch gar nicht gelesen hatte. Dann las ich ganz viele Bücher noch dazwischen und das Ende vom Lied: ich habe es angefangen und dann binnen zwei Tagen gelesen. Es ist ein einfach nur wundervolles Buch!


Ähnlich wie Kathrin erging es mir mit dem Anfang des Buches nicht sonderlich gut, denn ich dachte mir: "Warum fangen sie bei Romeo und Julia an, um dann irgendwann eher spät den Bogen zu kriegen zum eigentlichen Kern?" Aber das ist irgendwie wichtig, denn nur so kriegt man einen allumfassenden Zugang - muss ich jetzt im Nachhinein einsehen!
Auch wenn es für mich völlig klar ist, dass das eine ohne das andere nicht geht und dass der Zustand der Welt ganz dringend bedürftig ist und sich einiges ändern muss: für uns, aber vor allem für unsere Kinder und hoffentlich auch noch Kindeskinder. Nicht umsonst fangen ja gerade viele Neueltern und junge Eltern an, ihr Leben, ihre Lebenseinstellung und ihr Verhalten darin in Frage und/ oder auf den Kopf zu stellen.


Ich mag das Layout super gerne, um ehrlich zu sein ist es total hübsch. Die Photos sind klasse, auch wenn es nicht viele gibt und der Aufbau logisch und strukturiert. Ganz klasse find ich die "Slow-down-faster-Tipps", die eine kurze Idee skizzieren, einen Gedankenstoß geben, wie man ein bestimmtes Problem angehen könnte.


Und das ist das eigentliche Nette und Schöne am Buch: es steckt voller Tatendrang und Ideen, voller Ratschläge und Tipps, aber es kommt nicht mit Patentrezepten oder einem Zeigefinger der sagt "Nur so und so ist es gut und richtig". Ich konnte so viel daraus ziehen und habe einige wichtige Dinge, die ich nun anders wahrnehme, auch wenn ich denke, dass ich schon auf einem guten Weg war in eine Richtung, die mir gut tut. Und damit auch uns, denn es stimmt wirklich, dass wenn es der Mutter nicht gut geht, es dem ganzen Familiengefüge nicht gut geht. 

Also, ein ganz tolles Buch, absolute Empfehlung!

Montag, 20. März 2017

Unsere Tragehilfen: Tragetuch, Marsupi und Fidella

Schon sehr, sehr lange möchte ich über unsere Erfahrung mit den Tragehilfen schreiben. Einfach für einen Überblick, für uns selbst zur Reflexion und vielleicht als Hilfe für andere Eltern und ihre Schützlinge. Denn schön und gut, im Internet auf den Seiten der Anbietern liest es sich immer nett und schön, aber trage mal ein Kind wirklich im Sommer bei 30 Grad oder im tiefsten Winter oder mit seinen zehn Kilo durchs Leben.

Aber auch der Kinderwagen soll nicht zu kurz kommen, der begleitet uns schließlich auch schon seit dem Anfang. Der wird aber nochmal einen eigenen Post bekommen! 
Ähnliches betrifft unsere Kiepe aka. Kraxe aka. Rückentrage. Die wird jetzt im kommenden Urlaub in zwei Wochen zum Einsatz kommen. Danach werde ich auch dazu mal ein Resümee abgeben.

Unfair könnte sein, dass wir die Fidella jetzt erst seit kurzem haben, worüber ich auch noch gar nicht berichtet habe (Hallo, Zeit ist Mangelware, habts gehört wa?) aber das macht nichts, denn ob jetzt lange oder nicht, sie schneidet so oder so ziemlich gut ab. Und wer auf Instagram mal geschaut hat zwischendurch, der hat sie bereits entdecken können. Ich bin wirklich arg verliebt in das gute Stück.

Fangen wir von vorne an:

Tragetuch


Zuerst hatten wir uns ein elendig langes geliehen (Hoppediz), das untere nämlich. Das obere (Storchenwiege) habe ich dann nach einer Weile gekauft, weil kürzer und damit praktischer und es eher mein Stil war. 
Beide aber waren bzw. sind aus dickem Tragetuchstoff, den ich haptisch sehr mag und der gut hält. Aber von Anfang an bzw. sehr bald hatte ich schon immer Probleme, das Tuch richtig festzuziehen. Jakob war schon sehr früh sehr agil und mobil und ich fand es recht bald schwierig, ihn mir umzubinden und es lange haltbar zu haben.
Und ich habe es geliebt, ihn darin zu tragen, also als er so klein war. Aber mit ca. einem halben Jahr wurde es schwieriger und ich fing da schon an, mich nach einer Alternative für die folgende Zeit umzusehen. Aber irgendwie wurde ich so gar nicht fündig. 
Geliehen hatten wir uns außerdem auch eine Manduca, die ich aber völlig banane fand und mit der ich gar nicht zurecht kam. Gar nicht gar nicht. War absolut nicht meines und ich heilfroh, dass wir sie uns ausleihen und testen konnten und uns nicht ärgern mussten, Geld dafür ausgegeben zu haben.


Marsupi

Im Prinzip läuft das gute Stück ein wenig außer Konkurrenz, weil es Jonas' Trage ist. Damit meine ich, dass es genau seiner Größe entspricht und auf ihn ausgelegt war, von Anfang an. Weil er eben lieber Trage hatte und nicht Tragetuch. Auch wenn er ganz am Anfang als Jakob noch keine 3,5 Kilo hatte, die braucht es nämlich, um es bequem in der Marsupi zu haben, ihn im Tragetuch nahm. Okay, gut, also das ist halt ein klarer Nachteil der Marsupi: es gibt sie in verschiedenen Größen, was eigentlich den klaren Vorteil hat, dass sie meistens besser passt als die Allrounder. Aber wenn die Partner nicht gleich groß oder ähnlich gebaut sind, braucht es dann halt auch zwei Stück. Also gut, ich kann und konnte auch immer damit tragen, aber sie saß eben nicht perfekt.
Toll finde ich, dass man sie von Anfang an nehmen kann. Zumindest wenn das Baby 3,5 Kilo hat, und das haben dann doch recht viele. Das fand ich z.B. mit der Manduca äußert schlecht gemacht. Dieser Neugeborenen-Einsatz, völliger Quatsch. Meiner Meinung nach ist die echt nicht durchdacht.
Ein Nachteil der Marsupi ist allerdings dann doch der Klettverschluss. Der ist zwar schön verstellbar und macht das ganze Ding weich, aber er ist halt auch nicht gerade leise. Nicht nur einmal haben wir Love damit wieder wach bekommen, obwohl wir ihn eigentlich nur ablegen wollten.


Fidella

Tja, ich war in der Bredouille: ich will noch tragen, aber das Tragetuch ist nicht mehr richtig toll dafür und die Marsupi eben auch nicht aufgrund der Größe und was mache ich denn jetzt?!?
Dank der Manduca wusste ich, dass ich eine Trage brauche, die keine Schnallen hat und nicht kompliziert ist. Dank der Marsupi wusste ich, dass ich nichts mit Klett haben möchte.
Und dank dem Tragetuch sollte es auch weich und anschmiegsam sein.
Ey Leute, das ist echt schwer. Letzten Endes habe ich glaube ich acht Monate gesucht. Und gelesen und geschaut und mich umgehört. Ich war über die Girasol Mysol gestolpert, und bin auch lange daran hängen geblieben, aber dann letztlich doch wieder von abgekommen.
Und dann durch völligem Zufall bin ich bei Instagram über die Fidella gestolpert. Tja, recherchiert und dann war es um mich geschehen. 
Ich bin schwerst verliebt und total vernarrt und finde sie einfach nur klasse!
Allerdings gibt es auch hier den Nachteil, dass es zwar nicht an den Tragenden angepasst ist, die Größe meine ich, aber dafür ans Kind bzw. an die Kleidergröße. Das garantiert zwar sicherlich eine sehr große Bequemlichkeit beim Tragling, aber kostet auch demensprechend, wenn man von Anfang an tragen will und dann über alle Größen (Baby (bis ca. 74), New und Toddlersize (ab ca. 80)) auch trägt. Bei uns ist jetzt der Vorteil, dass nur eine, und zwar die größte, in Frage kam.  

Also, fürs nächste Kind sind wir sowas von gerüstet: Tragetuch und Fidella für mich, Marsupi für Jonas und den Kinderwagen für Zwischendurch! Absolutes Träumchen.