Selbstbestimmt Schlafen gehen

Selbstbestimmung ist wichtig und ein zwingender Punkt, der sich mir immer wieder aufdrängt im Dasein mit Love. Er ist ein Mensch, und wie jeder Mensch möchte er über sich selbst bestimmen. In einem gewissen Maße. Nicht nur dann, wenn wir es für richtig halten, sondern fast immer. Ich rede hier nicht von "Ich renne jetzt selbstbestimmt auf die viel befahrene Straße." Was für ein Blödsinn, hallo! Außerhalb der Schutzbestimmung sehe ich es als Selbstbestimmung.

Und jedes Elternteil weiß, was für ein schwieriges Unterfangen es ist, ein nicht sonderlich müdes Kind ins Bett zu verfrachten. Auf bestimmte Zeiten zu achten halte ich für häufig sinnlos. Höchstens auf ein gewisses Zeitpensum zu achten macht hier Sinn. Also etwa dreieinhalb bis vier Stunden nach dem Mittagsschlaf ist er müde genug fürs Bett. Aktuell ist es so. Das heißt ja nichts bzw. nicht viel. Und vor allem ist das nicht auf andere Kinder zu übertragen.


Eine sehr lange Zeitspanne ist Love auch immer um sieben ins Bett gegangen. An späteres ins Bett gehen war überhaupt nicht zu denken. Auch das hat er eher selbstbestimmt gemacht. Unser Bett ist ja zum Glück niedrig und inzwischen kann er auch das Wort selbst benutzen. Er klettert einfach hinein und gut ist. Wir mussten ihm nur rechtzeitig vorher die Zahnbürste hinhalten und ihm die Nachtwindel machen. Danach noch in den Schlafsack und gut war. Aber das ist schon eine Weile her.


Natürlich ist es nicht so einfach, wie es klingt: selbstbestimmt zu Bett gehen. Selbstbestimmt sich Schlafen legen. Haha, ja, genau. Da gibt es ja auch noch ein Davor und ein Danach.

Davor heißt, er ist noch nicht müde genug. Er turnt noch herum, nuckelt, steht wieder auf, macht Licht an und Aus, rennt noch in andere Zimmer und holt Spielzeug ... Das ist auf Dauer ermüdent, nur nicht für den Lütten. Sondern eher für die Eltern, die über den gesamten Zeitraum meist im Bett liegen bleiben und - nun ja - warten.

Danach heißt: er ist über den Punkt. Zähne putzen ist dann besonders doof, in den Schlafsack packen - keine Chance. Nachtwindel: lange nicht so so laut gelacht! Da hilft dann auch nicht mehr viel. Außer möglichst schnell schlafen legen. 


Diese Krux. Nicht einfach, den perfekten Zeitpunkt zu finden. Manchmal überhaupt gar kein Problem, manchmal anstrengend. Denn zwischen diesen beiden pendelt es sich meistens ein. Selten trifft man den einen oder anderen Punkt genau, häufig ist es das Zwischending. 

Nervig finde ich eigentlich nur den Fall, dass man denkt, er ist müde, er sich ins Bett begibt, einpacken lässt, nuckelt und dann irgendwie die "falsche" Abzweigung nimmt und wieder aufdreht. Oder eben die ganze Zeit anscheinend doch noch eher zum Spielen aufgelegt war und er sich wer weiß was dachte. Eltern foppen macht eben einfach Spaß. Und wenn man dann einmal im Bett liegt, sich auf ein bald schlafendes Kleinkind einstellt, und dann das Gegenteil eintritt - nun ja, dann wird es für alle Parteien oft kein Kinderspiel. 

Tja, selbstbestimmt halt. Ist wirklich nicht einfach. Aber wir arbeiten und üben daran. 

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